Willkommen in den Fängen des Corvus Animus.

Schön, dass Ihr den weiten Weg gefunden habt in mein Rabennest. Ihr seid sicher müde von der weiten Reise. Kommt, ruht euch ein wenig aus, und macht es euch hier gemütlich..

Denn mein Nest ist auch ein Platz der Ruhe und der Muße. Aber lasst euch sagen, ich bin nicht mehr der jüngste Rabe. Und habe auch schon einige graue Federn, sowie einige Schwungfedern verloren.

Also, ihr Reisenden, lauscht dem leisen Säuseln des Windes zu und hört euch meine Erzählungen an. Jaja, lieber Reisender, nicht nur Erzählungen gibt es hier zu hören, auch gemalte Werke gibt es anzuschauen, die ich mit meinen Fängen zu Papier gebracht habe, so auch über die Mythologie des Raben, Fotos von mir und vieles mehr. Nicht nur meine, sondern auch die Werke von andern Leuten, wie Photographien und Lyrik und Erzählungen findet ihr hier. Und all diese Werke sind während der Zeiten des Schmerzes, der Trauer, aber auch der Freude und Liebe entstanden.

Nun, liebe Reisende, wenn ihr euch alles angesehen habt und ihr den Wunsch hegt weiter zu ziehen, dann könnt ihr gerne eure Reise fortsetzen.

Nur einen kleinen Wunsch der schwarze Vogel doch hat. Hinterlasst doch einige Worte in meinem Rabengästebuch, es würde mich freuen.
So kann ich in den Zeiten der Stille hier im Nest, mich an euren Worten sowie an unseren gemeinsamen Stunden erfreuen.

Nun, lieber Reisender, ich wünsche euch hier einen Rabenspaß und auch eine besinnliche Zeit in meinem Rabennest von Corvus Animus.

Mit Flattergrüßen

Blackbird

Die Raben Über den schwarzen Winkel hasten
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.
O wie sie die braune Stille stören,
In der ein Acker sich verzückt,
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,
Und manchmal kann man sie keifen hören.
Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug
Und schwinden wie ein Leichenzug
In Lüften, die von Wollust zittern.

Georg Trakl (1887-1914)